Wie Du auf Ideen kommst

Nach meinen Auftritten kommt stets von einem Zuschauer die Frage: „Wie kommen Kabarettisten, Comedians wie Du bloß auf ihre lustigen Ideen? Also ich könnte das nicht… “ Meine Antwort darauf: „Doch – das kannst Du auch.“ 🙂

Das Finden von lustigen Ideen trainieren Kabarettisten und Komiker täglich. Wir suchen immer wieder den komischen Blickwinkel auf die Ereignisse um uns herum. Was meine ich mit dem komischen Blickwinkel? Grundsätzlich ist es hilfreich für Komiker, so durchs Leben zu gehen, dass Du immer wieder das Lustige in einer Sache entdeckst. Selbst traurige Ereignisse haben in der Regel noch eine lustige Seite.  Diese gilt es zu entdecken – und den Blick darauf zu schärfen.

„Der komische Blickwinkel“ bedarf Offenheit, schräges Denken und Haltung. Vor allem Dingen musst Du Dir selbst erlauben, alles, wirklich alles von der lustigen Seite aus zu betrachten. Das ist Training, doch auch eine Einstellungssache. Das Komische selbst in alltäglichen Kleinigkeiten zu entdecken – das muss man wollen. Dann entdeckst Du Komik überall und ständig. Ja, das kann dann auch schon mal nerven. Wenn Du auf einer Beerdigung den Trauerredner albern findest, musst Du Dich ganz schön zusammenreißen. 😉

Gibt es denn für Komiker keine Tabus? Erlaub Dir erst einmal alle Deine schrägen Gedanken und zensiere sie nicht. Die bekommt ja keiner mit – bis die moderne Technik soweit ist, alle Deine Gedanken aufzuzeichnen. Dann wird es ernst. Wenn wir alle Gedanken voneinander wissen. Das überlebt die Menschheit nicht – und noch nicht einmal Deine Familie 😉

Auch wenn Du alles lustig betrachtest: Das heißt jetzt nicht, dass Du wirklich alles auf die Bühne in Comedyszenen bringen musst. Was Du in Comedy umsetzt und was nicht, ist ganz allein Deine Wahl. Es liegt in Deiner Verantwortung, wo Du welche Tabus brechen möchtest. Auch nicht jede Idee ist für die Comedybühne geeignet, sondern möglicherweise in einer anderen Kunstart besser aufgehoben. Doch das ist schon wieder ein extra Thema für einen neuen Blogartikel.

Wenn mein Gehirn auf Lustige gepolt ist, „leide“ ich sogar an einem Übermaß an Comedyideen. Nein, natürlich leide ich nicht, sondern habe einen Riesenspaß dabei. 😉 Jeder, der sich auf das Komische fokussiert, braucht keine Angst zu haben, dass ihm die Ideen einmal ausgehen. Die Welt bleibt verrückt.

Für Dich als Kabarettisten oder Comedian ist es wichtig, dass Du immer wieder Deinen komischen Blickwinkel schärfst. Dass Du in Alltagssituationen, im Job und vielleicht sogar bei der nächsten Beerdigung genau hinschaust. Nicht alles zu ernst zu nehmen, ist eine Grundvoraussetzung dafür. Es funktioniert weniger gut Leute, die ständig griesgrämig, frustriert und jammernd durch den Alltag rennen. Komiker sein ist eine Lebenshaltung.

Natürlich sind auch Komiker mal nicht gut drauf. Dann kannst Du Hilfsmittel heranziehen, um die „funny bones“ in Dir wachzurufen. Auf jeden Fall ist die Beschäftigung mit lustigen Dingen und lustigen Menschen hilfreich. Schau Dir Sitcoms an, geh ich Comedy- und Kabarettveranstaltungen, verfolge das Treiben eines lustigen YouTube-Stars. Umgib Dich mit lustigen Menschen, die wie Du gern Leute beobachten, über Alltag und Politik diskutieren oder mit denen Du Dir abends beim Bier gern Blödsinn quatschst.

Geh gleich jetzt raus an die frische Luft, in den Supermarkt oder zu einer Veranstaltung. Hol Dir im Alltag Inspirationen: Comedy liegt nicht nur auf der Straße, sondern sitzt als lustige Type im Café, versteckt sich in einem Schild an einem Frisörsalon oder kommt in einem Gespräch mit einem Fremden an der Bushaltestelle auf Dich zu. Sei offen für die Komik des Lebens. Comedy ist überall.

Und – hat es geklappt mit den lustigen Ideen? Schreib uns hier eine auf, die uns zum Schmunzeln bringt.

 

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